ich habe eine unangenehme Ankündigung zu eine grundsätzlichen Änderung in MyBible:
Was?
Ich werde den Download-Assistenten, so wie er jetzt ist, einstampfen. Also sowohl aus der aktuellen Version 1.5 (1.5.3) die Funktionalität entfernen als auch in den zukünftigen Versionen von Anfang an die Funktionalität nicht mehr einbauen.
Aus welchem Grund?
Mich wurmt schon lange der Umstand, dass ich quasi nichts über die Module weiß. Ich habe bereits zwei mal den Vorschlag gemacht, ein öffentliches Verzeichnis über den rechtlichen Status der Module anzulegen, mit den Informationen:
- Wer ist der Rechteinhaber? (Person X, Firma Y, niemand)
- Welche Rechte werden gewährt? (Public Domain, private Nutzung, Nutzung zu nicht-kommerziellen Interessen, usw.)
- Woher stammen diese Angaben? (Wer hat wann wen gefragt?)
Aus welchem Anlass?
Konkret ist mir das ganze wieder ins Gedächtnis gekommen, als mich jemand vom CLV-Verlag darauf hingewiesen hat, dass diese Form der Verbreitung der Schlachter-Übersetzungen vom Rechteinhaber nicht erlaubt ist. (Freundlich, nicht a la Bibelgesellschaft)
Dass ich in den nächsten MyBible-Ausgaben dieses Modul blockieren werde, ist natürlich klar, aber das beseitigt nicht den oben genannten Missstand.
Hinzu kommt noch die Rechts-Kultur der vergangenen Jahre, nach der immer mehr Dritte verantwortlich für die Vergehen anderer gemacht werden (können). (z.B. das Setzen einer Verknüpfung auf eine Internet-Seite, die Software zum Umgehen eines Kopierschutzes anbietet)
Mir ist bekannt, dass dies erst das zweite Mal innerhalb mehrerer Jahre ist, dass so etwas passiert ist, aber auf Grund dieser absoluten Unkenntnis kann ich nicht einmal abschätzen, was da evtl. noch ans Tageslicht kommen kann, insbesondere bei den nicht-deutschsprachigen Modulen.
Pro und Kontra
Mir ist klar, dass dies ein gewaltiger Einschnitt in die Benutzerfreundlichkeit von MyBible ist und das evtl. auch einige Nutzer verlieren werde.
Seid mir nicht böse, aber ich bin nicht mehr gewillt, die Annehmlichkeit der Benutzer des bequemen Downloads mit dem persönlichen Risiko zu erkaufen, in rechtliche Unannehmlichkeiten zu kommen.
Bitte erspart euch an dieser Stelle die Mühe, mein Posting mit Kommentaren mit folgenden oder ähnlichen Inhalten zu beantworten:
- Bibelübersetzungen als Eigentum?
- Text zum Download anbieten und dann eine Verbreitung verbieten?
- Anwälte, die sich bereichern wollen
- Generalkritik und Rundum-Schläge an Menschen mit kommerziellem Interesse an Bibeln.
- Verweise auf die Tempelreinigung
- usw.
Das wäre es in diesem Fall auch sicher, aber wie ich oben bereits erklärt habe, würde die prinzipielle Unsicherheit damit nicht aufgehoben werden und es wäre wohl nur eine Frage der Zeit, bis es irgendwann zu ähnlichen Situationen kommen wird.
Alternativen
Ich habe keine konkreten Ideen, aber der momentane Weg, die Module mittels einer „Blacklist“ zu filtern, ist keine solide Lösung.
Wenn jemals wieder eine Download-Möglichkeit in MyBible integriert wird, dann wird es nur ein Whitelist-basiertes System sein, in dem ich und auch jeder andere Benutzer genau einsehen kann, wie der rechtliche Status eines Moduls ist. (Wie oben beschrieben)
Nur solche Module werden dann im Import-Assistenten angezeigt.
Eine weitere Frage ist dann auch, ob diese Module nicht irgendwo anders abgelegt werden. Selbst wenn man mit Hilfe von MyBible nur die „guten“ Module herunterladen kann, wäre es theoretisch immer noch möglich, wenn es auf dem Download-Server noch andere Module gibt, mir daraus einen Strick zu drehen. Ich bin sicher, die Gesetzgebung in diese Richtung wird in den nächsten Jahren da noch mit einigen Überraschungen aufwarten. (siehe Frankreich)
Ich habe in dieser Hinsicht schon früher mit MyBible-Benutzern per E-Mail diskutiert, u.a. über die Verteilung von Modulen auf mehrere Mirrors, die automatisch im Hintergrund ausgewählt werden, um Auslastungen zu verteilen.
Ich bin mir da noch nicht sicher, was und wie ich das machen werde. Für konstruktive Kommentare bin ich dankbar.
Viele Grüße,
Daniel
